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Artikel Augsburger Allgemeine

 

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Vollständiger Text:

Tipps für die Bewerbung per E-Mail

"Man muss Mut haben, sich zu präsentieren"

„Im Anhang finden Sie meine Unterlagen. Mit freundlichen Grüßen ...“. Gerade bei Online-Bewerbungen, die Personaler massenweise im Posteingang haben, ist dieser Satz häufig zu finden. Und das leider nicht zurecht. Denn er erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die E-Mail im Papierkorb landet, Claudia Rank von der Personalberatung Dr. Rank und Partner in Stadtbergen. Von Nicola Kübler

Denn um der E-Mail-Flut Herr zu werden, muss ausgesiebt werden. Auch wenn die Qualifikationen passen, die E-Mail aber ungenau oder langweilig ist, kann es schnell passieren, dass man eine Absage kassiert, obwohl man sehr wohl ein geeigneter Kandidat wäre, so die Expertin.

So konkret wie möglich

Der erste Eindruck ist entscheidend: Damit der Empfänger bereit ist, den Anhang zu öffnen, muss das „E-Mail-Fenster“ überzeugen. Zuallererst gilt es, den Betreff ganz klar zu formulieren. So sollte dort, falls vorhanden, die Stellenanzeigennummer und -bezeichnung stehen. Ebenso ist ein „zu Händen“ hilfreich, wenn die Mail zum Beispiel an eine Sammeladresse wie info@ oder personalabteilung@ geht. „Je konkreter, desto besser“, rät Claudia Rank.

Statt des obligatorischen „Im Anhang finden Sie“ schlägt die Expertin folgendes vor: „Fassen Sie Ihre Stärken, Berufserfahrungen oder Qualifikationen, die für diese Stelle entscheidend sind, in ein bis zwei Sätzen zusammen.“ Ein solcher kurzer Text könnte beispielsweise so beginnen: „Als gelernte Bürokauffrau mit langjähriger Erfahrung in der Logistik und einer Weiterbildung zur ...“ „Es ist wichtig, neugierig zu machen“, so Claudia Rank. Erst dann rutscht die Bewerbung in den Ordner „Bearbeiten“ statt in den Postausgang.

Was kann man noch tun, um sich abzuheben von der Masse? „Ganz wichtig ist es, die Bewerbung komplett auf die Stellenanzeige zuzuschneiden. Auf gar keinen Fall darf der Eindruck entstehen, dass der Bewerber genau diese Bewerbung bereits an x Unternehmen verschickt hat“, erklärt die Expertin. „Man kann sogar im Lebenslauf die Übereinstimmungen mit dem Anforderungsprofil markieren, um es den Personalverantwortlichen leichter zu machen. Das sieht vielleicht nicht schön aus, ist aber effektiv.“

Nicht nur für Bewerbungen in kreativen Berufen kann man außerdem versuchen, sich rein optisch abzuheben. Das Passfoto und die wichtigsten Daten des Lebenslaufs, die entscheidend sind für die jeweilige Stelle, kann man hierfür im Visitenkartenformat zusammenfassen. Gerne auch farbig hinterlegt. Denn wer schon beim ersten Durchklicken der Mails am Morgen „anders“ ist als die anderen, hat gute Chancen, aufzufallen - und zwar positiv.

Vielseitig einsetzbar

Diese Karte kann man übrigens auch gedruckt gut auf Karrieremessen einsetzen - und statt einer Papierbewerbung am Stand abgeben. „Die Personaler vor Ort sind dankbar, wenn sie nicht kiloweise Bewerbungen zurück in die Firma schleppen müssen“, weiß Claudia Rank aus Erfahrung. Das kann man sich auch als Student leisten, denn 100 Visitenkarten kosten meist um die sechs Euro.

Ein weiterer Vorteil der Kurzbewerbung: Wer sich so intensiv mit sich beschäftigt hat, hat es übrigens auch im Bewerbungsgespräch leichter. Denn wer man ist und was man kann - das fällt einem nun viel leichter zu formulieren.

 

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